BMW sträubt sich gegen verbindlichen Verbrenner-Verzicht

Während die Automobilbranche zuletzt wegen Halbleitermangel und Pandemie insgesamt keine neuen Erfolgszahlen vermelden kann, sieht es bei BMW besser aus. Die Bayern haben nicht nur ihre Elektrofahrzeuge gut verkauft. Deshalb ist man in München nur ungerne bereit sich auf ein konkretes Ausstiegsdatum aus der Verbrenner-Technologie festzulegen.

BMW sträubt sich gegen verbindlichen Verbrenner-Verzicht
© pixarno - stock.adobe.com

BMW lehnt staatlich verordnete Verbote ab

 

Der Autobauer aus Bayern lehnt politisch verhängte Stopps für die klassische Motorenentwicklung ab. In einem kürzlich erschienenen Interview positioniert sich Entwicklungsvorstand Frank Weber gegenüber der Zeitschrift Auto Motor und Sport.

„Eins steht für uns fest: Wir brauchen den hochmodernen Verbrenner noch einige Jahre, um effektiv den CO2-Ausstoß im Pkw-Sektor global zu reduzieren. Deswegen arbeiten wir an einer neuen Motorengeneration: Otto, Diesel, Sechszylinder, Achtzylinder. Die sind dann technologisch auch für die kommenden Abgasnormen gerüstet“ heißt es dazu von Weber. Tatsächlich scheinen insbesondere die Oberklasse-Hersteller aus Deutschland bestimmte Kundengruppen weiterhin mit großen Motoren versorgen zu wollen. Bei Mercedes wurde zuletzt der bei AMG entwickelte AMG SL vorerst nur mit V8-Triebwerken vorgestellt.  

Demzufolge möchte man EU-Regelungen, die 2035 als faktisches Ende für den Verbrenner anpeilen nicht unterstützen. „Das Problem, dass es zu wenig Ladesäulen gibt, lässt sich nun mal nicht über Nacht lösen. Daher wehren wir uns so vehement dagegen, ein Datum für den Verbrennerausstieg zu nennen“ so der BMW-Manager. „Die Frage muss vielmehr lauten: Wann ist die Infrastruktur da? Natürlich ist die Zukunft elektrisch, nur wenn wir die Kunden jetzt in ein E-Auto zwingen und die stehen dann alle auf dem Weg in den Urlaub an der Ladestation im Stau, dann ist nichts gewonnen. Und das kann keiner wollen. Dieser Übergang wird nicht in fünf oder zehn Jahren beendet sein.“

 

Hoffnung auf dem Plug-in-Hybrid?

 

BMW sieht ebenso noch großes Potential beim Thema Plug-in-Hybrid. PHEV-Fahrzeuge mit anwachsender Elektroreichweite können für den Übergang wichtiger sein, als zunächst gedacht. „Auch 2025 wird es noch viele Menschen geben, die kein Elektroauto fahren können, weil ihnen die nötige Infrastruktur nicht zur Verfügung steht. Das wird sich in den einzelnen Märkten sehr unterschiedlich schnell entwickeln“, sagte Weber. „Aber – und das ist mir sehr wichtig – wir werden unsere Kunden auch nicht dazu nötigen, sich zwischen dem Neuen und dem vermeintlich Alten entscheiden zu müssen.“

 

Dabei ist das Thema Elektromobilität und Elektroauto in München dennoch hoch angesehen. Mit dem BMW iX oder der neuen BMW i4 Baureihe baut man sein Portfolio beständig aus. Schon bald sollen alle Baureihen zu Teilen elektrifiziert sein. Dazu treibt man die Entwicklung auch bei den Schwestermarken MINI und Rolls Royce voran. Beide Hersteller wollen sich ebenso mit batteriebetriebenen Autos hervortun.